0/5 Herzen (0 Stimmen)
Yoga bei Brustkrebs 0 5 0

Yoga bei Brustkrebs

von Indra Babin (Kommentare: 0)

Wie Sie Ihre Lebensqualität verbessern können

Bei einer Brustkrebserkrankung denkt man zunächst eher an Ruhe und Schonung. Doch Bewegung hat viele positive Auswirkungen auf den Körper und kann dazu beitragen, dass Krankheitsfolgen und Nebenwirkungen der Therapien gemindert oder gar verhindert werden. Eine gute Möglichkeit, sich nach einer Operation oder während einer Therapie körperlich zu betätigen, bietet Yoga. Spezielle Übungen können auch nach oder während einer Chemo- oder Bestrahlungstherapie oder nach einer Operation erfolgen.
Direkt nach der Operation und während eine Chemo- oder Strahlentherapie bleiben die Frauen eher passiv, erst später folgen Übungsreihen, in denen sie langsam aktiver werden. Daher müssen die Übungen in ihrer Ausführung oder durch Hilfsmittel angepasst werden. Hier können Kissen, Decken, Stühle und Gurte zum Einsatz kommen. So kann beispielsweise ein Kissen helfen, die Haut behutsam zu dehnen, wenn die Operationsnarbe bei einer Übung spannen sollte. Um es der Patientin leichter zu machen, können Füße und Hände mit Gurten fixiert werden, um die Position zu halten und die Stabilität nicht mit eigener Kraft leisten zu müssen.

Die Übungen dienen dazu, dass die Patientinnen zur Ruhe kommen, eine neue Balance finden und ihren eigenen Körper neu wahrnehmen. Die Empfehlung ist, sobald man sich nach der Operation in der Lage dazu fühlt, zweimal pro Woche ca. eine Stunde lang Übungen zu machen. Je länger man übt, desto schneller merkt man, dass sich etwas ändert. Durch die Anregung von Kreislauf und Lymph-fluss kann Ödemen vorgebeugt werden, die ein Risiko nach einer Brustkrebsoperation darstellen. Aber Yoga stärkt nicht nur Muskeln und das Nervensystem. Es kann auch Ängste und Depressionen verringern, denn der Spiegel des Stresshormons Cortisol sinkt deutlich ab. Auch die Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Übelkeit, Erbrechen, Gelenkschmerzen und Hitzewallungen können durch Yoga abgeschwächt werden. In einer Studie nahmen 191 Brustkrebspatientinnen in einem Zeitraum von sechs Wochen drei mal wöchentlich am Yoga-Unterricht teil. Die Studie hat gezeigt, dass regelmäßige Yoga-Übungen das Fatigue-Syndrom lindern können, ein Leiden, das viele Betroffene im Anschluss an ihre Therapie betrifft.

Vor dem Yoga sollten Sie mit Ihren behandelnden Ärzten über Ihren derzeitigen Zustand sprechen. Stellen Sie sicher, dass die Übungen gut in Ihren Therapieplan integriert werden können. Nach einer Operation sollten Sie behutsam in die Dehnung gehen. Bei den ersten Anzeichen von Erschöpfung sollten Sie sich einen Moment der Ruhe gönnen, damit sich Ihre Muskeln regenerieren können. Bringen Sie Ihre Bewegungen und Ihre Atmung in Einklang. Ihre Atmung sollte entspannt, aber tief sein.

Yoga für Brustkrebspatientinnen am Klinikum Bielefeld
Bisher haben vier Yoga-Kurse für Krebspatientinnen am Klinikum Bielefeld stattgefunden. Finanziert wurden die Kurse durch die Einnahmen des Spendenlaufs „Aktiv gegen Krebs“ aus dem Juni 2018. Auch im kommenden Herbst wird wieder ein Kurs angeboten.

Bei Interesse können Sie sich gern telefonisch anmelden:
Zentrum für Frauenheilkunde - Brustzentrum
Klinikum Bielefeld gem. GmbH
Teutoburger Str. 50, 33604 Bielefeld
Telefon: 05 21. 5 81 - 32 72
Nach erfolgreicher Anmeldung wird sich eine Mitarbeiterin des Brustzentrums mit allen Informationen zum Kurs bei Ihnen melden.

Zurück

Einen Kommentar schreiben