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Wenn der Winter auf die Stimmung schlägt

von visite (Kommentare: 0)

Die Winterdepression

Wenn die Tage wieder kürzer und dunkler werden und der Winter eintrifft, wird die Stimmung bei einigen Menschen düster und gedrückt. Antriebslosigkeit, negative Gedanken und Stimmungsschwankungen machen sich breit. Dieses Phänomen ist eine saisonale Depression, die als Winterdepression oder Lichtmangeldepression bekannt ist. Jeder vierte Deutsche leidet mehr oder weniger unter dem Winter, aber es gibt Wege für eine Besserung!

Was genau ist eine saisonale Depression und wer ist betroffen?
Nicht bei jedem schlagen verregnete, dunkle Tage auf das Gemüt und nicht alle, die bei dem Wetter mal schlechte Laune haben, leiden an einer Winterdepression. Es sind in etwa 4 % der Deutschen, die von einer ernsthaften Winterdepression betroffen sind. Von den Betroffenen ist der größte Teil weiblich, denn Frauen ab 20 Jahren und besonders ab 40 Jahren sind anfälliger als Männer. Diese Art von Depression ist weniger schwer ausgeprägt als andere depressive Störungen und verschwindet glücklicherweise zum Frühling vollständig. In einigen Fällen kommt es mit Beginn des Frühjahrs sogar zu einem Stimmungshoch und verstärkter Euphorie. Es handelt sich also um eine saisonal bedingte Depression, die nur zur kalten Jahreszeit, meistens zwischen November und März, wiederholt auftritt. Ein wichtiges Charakteristikum ist, dass diese Art von Depression nicht stressbedingt ist, sondern sich auf den Lichtmangel zurückführen lässt. Dazu aber später mehr.

Welche Symptome sind typisch?
Neben den klassischen Symptomen, wie einer gedrückten Stimmung, Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit, gibt es bei der Winterdepression atypische Symptome, die vom Krankheitsbild anderer depressiver Störungen abweichen und eine Besonderheit darstellen. Statt einer Appetitlosigkeit treten Heißhungerschübe auf Kohlenhydrate, wie Süßigkeiten und Teigwaren, auf. Das kann natürlich eine Gewichtszunahme zur Folge haben. Außerdem kommt es nicht zur Schlaflosigkeit, sondern zu einem vermehrtem Schlafbedürfnis, aber ohne jeglichen Erholungswert. Man ist also dauermüde. Auch ein ausgeprägter Pessimismus kann auftreten.

Warum treten die Symptome wiederholt im Winter auf?
Wie der Name „Lichtmangeldepression“ schon sagt, hängt die Krankheit mit der Dunkelheit zusammen, der Menschen auf der Nordhalbkugel im Winter ausgesetzt sind. Der Körper bekommt nicht genug Licht und schüttet daher vermehrt das Schlafhormon Melatonin aus. Dieses Hormon steuert den Tag-Nacht-Rhythmus und sorgt für den erhöhten Schlafbedarf. Auch der Heißhunger hat seine Ursache im Schlafhormon, da für die Produktion von Melatonin das „Glückshormon“ Serotonin umgewandelt wird, welches unter anderem das Hungergefühl steuert. Bei vermehrter Melatonin-Ausschüttung sinkt der Serotonin-Wert, da umso mehr umgewandelt werden muss. Die Stimmung wird getrübt und der Heißhunger tritt auf.

Gibt es Hilfsmittel oder Therapiemöglichkeiten?
Das wirksamste, natürliche Therapiemittel ist ein einstündiger Spaziergang, der täglich wiederholt werden sollte. Durch die Zeit an der frischen Luft und das natürliche Tageslicht nimmt der Körper genug Vitamin-D auf, welches an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. In den meisten Fällen treten schon nach einer Woche deutliche Verbesserungen auf. Natürlich ist das leichter gesagt, als getan, denn wenn man erstmal in einer saisonal-depressiven Phase steckt, ist es schwer sich aufzuraffen um raus in die Kälte zu gehen. Darum wurde eine Therapie mit künstlichem Licht entwickelt, dessen Zusammensetzung in etwa dem natürlichen Sonnenlicht entspricht. Jedoch sollte das Licht auch über die Netzhaut des Auges aufgenommen werden und das künstliche Licht kann zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Augenbeschwerden führen. Wer also ein risikofreies Hilfsmittel haben möchte, der sollte sich für den täglichen Spaziergang entscheiden.

Hilft Johanniskraut gegen Winterdepression?
Johanniskraut ist als pflanzliches Antidepressivum bekannt, das bei leichteren Depressionen helfen kann. Zu diesem Heilmittel sollte jedoch nur unter ärztlicher Anleitung gegriffen werden, da es auch hier zu Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, wie hormonellen Verhütungsmitteln, kommen kann. Bei langer Einnahme und unter ärztlicher Beobachtung kann es zu einer Besserung des Gemüts verhelfen.

In jedem Fall gilt: Aktivität und Bewegung, auch bei bewölktem Himmel, ist die wirksamste Therapie und hält den Körper gleichzeitig fit.

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