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Wechseljahre - Wie sich das Zusammenspiel der Hormone verändert

von Prof. Dr. med. Werner Bader (Kommentare: 0)

Medizinisch lässt sich dieser Zeitraum in drei Phasen aufteilen:

1. Perimenopause
Dies ist die Zeit kurz vor dem Ausbleiben der Mens-truation. Die Phase beginnt meist im Alter von Mitte bis Ende 40.

2. Menopause
Auf die Perimenopause folgt die Menopause. Sie markiert den Zeitpunkt der letzten Menstruation, auf die mindestens 12 Monate lang keine weitere Blutung folgt.

3. Postmenopause
Dies ist die letzte Phase des Klimakteriums. Ein Mangel an Östrogen und Progesteron ist entstanden,
bei gleichzeitig unverändertem Testosteron-Spiegel. Dieses Ungleichgewicht im Hormonhaushalt kann Beschwerden wie trockene Haut oder Schleimhäute, Rücken- und Gelenkschmerzen, Haarausfall und vermehrten Haarwuchs im Gesicht hervorrufen. Die Hälfte der Frauen erreicht bis zum 51. Lebensjahr die Postmenopause. Obwohl die Übergänge der einzelnen Phasen fließend sind, variiert der Verlauf von Frau zu Frau individuell. Es kann passieren, dass durch eine erneute Eierstockaktivität einzelne Phasen mehrmals durchlaufen werden, oder dass es zu Wechseln oder Sprüngen kommt. Während einige Frauen das Klimakterium innerhalb mehrerer Monate beschwerdefrei durchlaufen, kann es bei anderen ein jahrelanger Prozess sein, der mit starken Beeinträchtigungen verbunden ist und Einbußen in der Lebensqualität fordert.

Wie machen sich die Wechseljahre bemerkbar?
Erste Anzeichen sind Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme oder unregelmäßige Blutungen. Weiterhin kann es zu Osteoporose, also geringerer Knochendichte kommen. Die Knochen werden durch das Hormon Östrogen geschützt und durch die Wechseljahre verringert sich der Östrogenspiegel im Körper einer Frau, dementsprechend werden die Knochen brüchiger und anfälliger gegenüber Belastungen. Zusätzlich zu den bereits genannten Symptomen können Gewichtszunahme und Blähungen oder Verstopfungen vermehrt auftreten. Dies ist nicht verwunderlich, da hormonelle Veränderungen sich auf das Verdauungssystem auswirken und den Stoffwechsel verlangsamen können. Der Mangel an Östrogen führt dazu, dass die Haut dünner wird und dementsprechend auch mehr Falten entstehen können, da es ihr an Elastizität mangelt. Gleichzeitig wird auch die Scheide aufgrund des Östrogenrückgangs weniger durchblutet. Die vaginalen Schleimhäute werden wegen des veränderten Hormonhaushalts dünner und trockener. Das begünstigt Symptome wie Juckreiz, lokale Infektionen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, weil die natürliche Gleitflüssigkeit beim Sex nicht mehr in ausreichendem Maße vorhanden ist. Auch andere Schleimhäute im Körper sind durch eine geringere Durchblutung von der Hormonumstellung betroffen. Harnwegsinfektionen oder Bindehautinfektionen werden beispielsweise begünstigt. Einige Frauen leiden auch psychisch, da die Wechseljahre das Ende der fruchtbaren Jahre markieren. Vielfach entsteht die Angst, durch die eingestellte Eierstockfunktion keine vollwertige Frau mehr zu sein und die Sorge um das Altern an sich wächst. In diesen Fällen hilft es, sich vor Augen zu führen, dass die Wechseljahre einen ganz natürlichen Prozess in Gang setzen. Eine offene Einstellung kann den Eintritt in die neue Lebensphase maßgeblich erleichtern, wenn diese als Chance, statt als Herausforderung angesehen wird. Durch die gestiegene Lebenserwartung und Lebensqualität der vergangenen Jahrzehnte, zusammen mit der bereits erreichten und heute noch stetig wachsenden Emanzipation, können Frauen auch in dieser Phase ihres Lebens zuversichtlich und aktiv sein, ohne sich dabei weniger attraktiv zu fühlen.

Was hilft gegen die Beschwerden?
Obwohl die Wechseljahre zum Teil viele Beschwerden mit sich bringen können, bestehen auch zahlreiche Möglichkeiten, den für die ein oder andere beschwerlichen Prozess, angenehmer zu gestalten. Vielen Frauen kann es bereits helfen, ihre Lebensweise und Ernährung umzustellen. Also auf einen ausgewogenen Speiseplan und genügend Bewegung zu achten. Damit wird nicht nur langfristig das Gewicht gehalten oder reduziert, auch die Knochen und Gelenke werden durch weniger Gewicht und eine gestärkte Muskelmasse entlastet. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, auf pflanzliche Mittel oder eine Hormonersatztherapie zurückzugreifen, wenn die Belastungen durch die hormonelle Umstellung zu groß werden. Auch hier gilt, dass jede Frau die Wechseljahre unterschiedlich wahrnimmt. Für die eine ist eine Umstellung der Lebensweise ausreichend, andere hingegen fühlen sich dank einer Hormonersatztherapie gut. Hier sollte jede Frau individuell entscheiden, was ihr guttut.

Wechseljahre: Schwangerschaft und Verhütung
Die Symptome der Wechseljahre können auch positiv betrachtet werden: ab der postmenopausalen Phase kann auf die Empfängnisverhütung beim Geschlechtsverkehr verzichtet werden und auch die schmerzhaften Regelblutungen gehören der Vergangenheit an. Allerdings muss beachtet werden, dass Frauen auch in den Wechseljahren schwanger werden können, sofern ein Eisprung erfolgt ist. Daher sollte bis etwa zum 52. Lebensjahr verhütet werden. Bleibt die Periode mehr als 12 Monate aus, kann davon ausgegangen werden, dass die Menopause vorüber ist. Auch interessant: eine langjährige Migräne kann im Zuge der Wechseljahre verschwinden.

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