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Sommer, Sonne, .....Sonnenbrand?!

von ProfDrmedIsaakEffendy (Kommentare: 0)

Was es beim Sonnenbad zu beachten gilt!

Kaum brechen die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken, sieht man sowohl in Parks, im Garten oder im Freibad die „Sonnenanbeter“ – Menschen, die sich in die pralle Sonne legen, um so schnell wie möglich braun zu werden. Ein Sonnenbad sorgt nicht nur für eine gesunde Hautfarbe und – durch die Ausschüttung von Hormonen – auch für gute Laune. Die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichts aktivieren ferner die Atmung, regen die Durchblutung, den Stoffwechsel und die Drüsentätigkeit an und stimulieren die Abwehrkräfte des Körpers gegen Infektionen. Blutdruck und Cholesterinspiegel werden gesenkt. Mit Hilfe der UV-B-Strahlung des Sonnenlichts wird außerdem Vitamin D gebildet.

Allerdings verleitet der - hierzulande immer noch vermeintliche - bräunungsbedingte Gewinn an Attraktivität viele Menschen dazu, das Sonnenbaden oder die Nutzung von Sonnenbänken bis in den hautgefährdenden Bereich auszudehnen. Wer nicht aufpasst, bekommt schnell einen Sonnenbrand. Dieser tut nicht nur weh, sondern kann verheerende gesundheitliche Folgen haben.

Welche Faktoren sind beim Entstehen eines Sonnenbrandes zu beachten?
Viele Menschen gefährden sich unbewusst, indem sie sich durch private oder berufliche Tätigkeiten im Freien einer zu hohen Strahlendosis aussetzen. Nicht nur eine vorzeitige Hautalterung - bedingt durch Hautfalten und pigmentierte Sonnenflecken- gehören zu den Folgen, sondern auch ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs oder anderen lichtbedingten Hautkrankheiten zu erkranken. Aus dermatologischer Sicht sind deshalb ein vernünftiger Umgang mit Sonnenlicht sowie effiziente Lichtschutzmaßnahmen äußerst sinnvoll.

Welche Arten von Sonnenstrahlen gibt es und wie wirken sie auf den Körper?
Die Sonnenstrahlung umfasst vor allem ultraviolette Strahlen (UV-Stahlen), sichtbares Licht und Infrarot. Hautbräunung, Sonnenbrand, Hautalterung und Hautkrebs werden überwiegend durch UV-Strahlung verursacht. Man unterscheidet dabei zwischen UVA- und UVB-Strahlung. UVB-Strahlung ist in erster Linie für die Hautbräunung, aber auch für den Hautkrebs verantwortlich. UVA-Strahlen hingegen dringen tief in die Haut ein und schädigen dort die elastischen Bindegewebsfasern. Sie sind hauptsächlich verantwortlich für die sogenannte „Sonnenallergie“, beschleunigen aber auch die Bildung von Falten und „Altersflecken“. Bei der Entstehung von Hautkrebs spielen prinzipiell sowohl UVA- als auch UVB-Strahlung eine wichtige Rolle.

Was ist das gefährliche an der UV-Strahlung?
Das gefährliche an der UV-Strahlung ist ihre Fähigkeit, die DNA-Stränge der Hautzellen aufzubrechen, um sie zu verändern. Diese Lichtschäden kann der Körper normalerweise selbst reparieren. Allerdings summiert sich im Laufe des Lebens die aufgenommene UV-Menge und belastet damit die Reparatursysteme. Die dadurch nicht-reparierten, veränderten Zellen können sich dann ungehindert vermehren, was die Entstehung von Hautkrebs zur Folge hat.

Welche Hauttypen gibt es und was sollten diese beachten?
Die menschliche Haut wird - einfachheitshalber - in vier Hauttypen unterteilt:

  • Typ 1: Immer Sonnenbrand – niemals Bräunung. Häufigste Merkmale: Sommersprossen, blonde oder hellrote Haare, blaue oder grüne Augen. Grundsätzlich Minimum Lichtschutzfaktor 15.
  • Typ 2: Immer Sonnenbrand – schwache Bräunung. Häufigste Merkmale: Helle Haut, blonde Haare, blaue oder grüne Augen. Haut bräunt sehr langsam, Sonnenbrand entsteht in weniger als 20 Minuten.
  • Typ 3: Leichter Sonnenbrand – gute Bräunung. Häufigste Merkmale: Dunkle Haare, braune Augen. Sonnenbrand entsteht in weniger als 30 Minuten.
  • Typ 4: Niemals Sonnenbrand – immer Bräunung. Häufigste Merkmale: Von Natur aus dunkle Haut, dunkle oder schwarze Haare, braune Augen. Haut bräunt schnell, Sonnenbrand entsteht nach mehr als 30 Minuten.

Was ist der UV-Index?
Der UV-Index ist eine Maßzahl für die UV-Strahlung in einer bestimmten geographischen Region. In Deutschland liegt der Index meist zwischen 0 (keine Sonnenbrandgefahr) und 8 (hohe Sonnenbrandgefahr). In den Tropen und im Hochgebirge hingegen erreicht der Index zeitweise Werte über 15. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht täglich Vorhersagen des Wertes für alle Regionen der Welt. Damit lässt sich das Risiko einschätzen und der Sonnenschutz anpassen.

Nach welchen Kriterien lässt sich der Lichtschutz merken?
Der Lichtschutz lässt sich an dem Lichtschutz-ABC merken:

  • A = Ausweichen
  • B = Bekleiden
  • C = Cremen

Das Ausweichen vor der Sonne steht als Erste aller Lichtschutzmaßnahmen. Vor allem sollte die besonders intensive Mittagssonne von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr gemieden werden. Ferner sollte man auch beachten, dass auch beim bewölkten Himmel oder im Schatten noch eine erhebliche Strahlendosis auf die Haut einwirkt.

Welche Maßnahmen sollte man primär wählen, damit man keinen Sonnenbrand bekommt?
Eine gute Maßnahme um sich gegen die Sonnenbestrahlung zu schützen, bietet - sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen - das Tragen geeigneter Textilien. Vor allem sollte man auch auf eine gute Kopfbedeckung mit breiter Krempe achten. Es schützt aber nicht jedes Kleidungsstück gleich gut. Je dichter und dunkler ein Gewebe ist, desto besser schützt es vor der UV-Strahlung. In zertifizierten Kleidungsstücken ist ein UV-Schutzfaktor (USF) angegeben. Ferner sind die Augen auch mit einer UV–undurchlässigen Sonnenbrille (UV-400) zu schützen. Als eine weitere bedeutende Schutzmaßnahme wird empfohlen, allergenarme, qualitätsgeprüfte Sonnenschutzmittel zu verwenden. Die wirksamen Sonnenschutzmittel enthalten einerseits organische UV-Filter: Vor Licht schützende Substanzen von unterschiedlicher chemischer Struktur. Solche Filter werden als „chemischer Lichtschutz“ bezeichnet. Andererseits gibt es auch Sonnenschutzmittel, welche metallische Mikropigmente enthalten. Sie werden als „physikalischer Lichtschutz“ bezeichnet, weil ihre Schutzwirkung überwiegend auf einer Reflexion der UV-Strahlung beruht.

Was versteht man unter dem Begriff LSF?
Der Lichtschutzfaktor (LSF) kennzeichnet, wie lange man mit dem betreffenden LSF in die Sonne ohne Hautschaden gehen kann. So ist die Haut durch einen Lichtschutzmittel mit LSF von 30 auch 30-Mal so lange vor UVB-Strahlung geschützt wie  ohne Lichtschutzmittel. Ein Nachcremen verlängert diesen Zeitraum nicht. Es ist auch wichtig zu wissen, dass Schwitzen, Wasser und Sand die Wirkstoffe abtragen können. Die Schutzprodukte sollten frei von Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen sein, um eine Hautallergie zu vermeiden.

Unbedingt empfohlen ist ein gleichmäßiges Auftragen eines Lichtschutzmittels von ca. 2 mg/cm² Haut. Der LSF sagt allerdings nichts über die Schutzwirkung vor UVA-Strahlen aus. Grundsätzlich gilt aber der Satz: Je höher der LSF, desto weniger Licht gelangt an die Haut. Bei Anwendung eines Mittels mit LSF 60 kommt nur noch minimal Sonnenlicht durch die Haut. Als Basisschutz gilt der LSF 6 bis 10, während LSF 30 bis 50 als hoher Schutz gilt. Produkte mit einem LSF kleiner 6 sind keine Sonnenschutzmittel.

Nicht zuletzt sollte erwähnt werden, dass eine sofortige Bräunung, die durch Selbstbräunungsmittel hervorgerufen wird, nicht vor Sonneneinstrahlung schützt.

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