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Männer-Schnupfen

von visite (Kommentare: 0)

Leiden Männer unter einer Erkältung wirklich mehr als Frauen?

Häufig amüsiert man sich über die Männer, die bei einer Erkältung wehleidig auf dem Sofa liegen und gar nicht mehr aufstehen wollen. Doch nun beweisen einige Studien, dass das männliche Immunsystem tatsächlich ganz anders auf diverse Erreger reagiert, als es bei dem weiblichen Immunsystem der Fall ist. Demnach leiden Männer unter Umständen wirklich stärker unter einer Erkältung. Es ist also nicht die Wehleidigkeit, sondern ein tatsächlicher, biologischer Unterschied. Ursachen für die unterschiedlichen Reaktionen sind sowohl in den Genen, als auch im Hormonhaushalt zu finden.

Warum reagiert der männliche Körper anders auf eine Erkältung als der weibliche?
In jeder Körperzelle eines Menschen befinden sich 23 Chromosomen-Paare, die ein DNA-Bündel mit allen Informationen über den Organismus beinhalten. Bei Männern besteht ein Chromosomen-Paar aus einem X- und einem Y-Chromosom, während sich bei Frauen die Chromosomen-Paare aus zwei X-Chromosomen zusammensetzen. Ein US-Forscherteam hat nun herausgefunden, dass sich in den X-Chromosomen mehr Gen-Informationen über die Immunabwehr befinden und Frauen somit einen doppelten Schutz aufweisen, da sie die doppelte Menge dieser Chromosomen besitzen. Somit reagiert das weibliche Immunsystem nicht nur schneller, sondern auch stärker auf die Abwehr von sämtlichen Erregern, die in den Körper eindringen. Eine weiterer Vorteil, den Frauen haben, ist das Hormon Östrogen. Dies ist auch als „weibliches Geschlechtshormon“ bekannt, da es hauptsächlich in den Eierstöcken produziert wird. Ein hoher Östrogenspiegel bietet Schutz vor Infektionen und stärkt die Bildung von Anti-Körpern. Eine Studie der Universität Innsbruck hat zudem herausgefunden, dass das „männliche Geschlechtshormon“ Testosteron dafür sorgt, dass das Immunsystem verlangsamt reagiert und die Abwehrreaktion geringer ausfällt. Je höher der Testosteronspiegel, desto weniger Antikörper werden gebildet.

Warum schwächt Testosteron das Immunsystem?
Das Hormon Testosteron hat keinen direkten Einfluss auf das Immunsystem. Dieser Vorgang ist viel komplexer und wird hier nur kurz und knapp dargestellt: Testosteron beeinflusst eine gewisse Gengruppe, die für den Fettstoffwechsel mit verantwortlich ist. Diese Gengruppe wiederum schwächt das Immunsystem. Je höher also der Testosteronspiegel, desto höher ist die Einwirkung auf die Gengruppe, die dann das Immunsystem umso mehr schwächt. Das „starke“ Geschlecht ist also schwächer im Schutz gegen Erreger. Dies wird von Evolutionstheoretikern so begründet, dass Männer früher oft verletzt wurden, da sie viel draußen unterwegs waren. Um nicht zu viel Energie zu verbrauchen, musste das Immunsystem runtergefahren werden.

Was tun bei einem Männerschnupfen?
Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten, die extra auf den männlichen Körper ausgerichtet sind. In vielen Fällen werden Erkältungen nicht ernst genommen und besonders im Arbeitsalltag ignoriert. Grundsätzlich kann ein gesunder Mensch einen Schnupfen gut bekämpfen, jedoch strengt er den Körper an und zieht sich ohne Ruhephasen in die Länge. Es gelten also altbewährte Hausmittel wie Ruhe, viel Wasser und Tee trinken, um den Schleim in Mund, Hals und Bronchien zu lösen. Außerdem bleibt so der Kreislauf in Schwung, was für eine schnellere Genesung sorgt. Alkoholische Getränke, Nikotin oder Koffein belasten das Immunsystem unnötig und sollten während einer Krankheit nicht konsumiert werden.

Wie kann auch das männliche Immunsystem resistenter gegen Erreger werden?
Um es mit dem weiblichen Immunsystem aufnehmen zu können, ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung ein wichtiger Bestandteil. Gemüsesorten wie Brokkoli, Grünkohl, Karotten, Knoblauch und Spinat sind besonders nährreich und regen die Produktion von weißen Blutkörperchen an, die für die Bildung von Antikörpern zuständig sind. Mandeln und Nüsse stärken das Immunsystem, da sie viel Magnesium, Kalzium und Eiweiß enthalten. Außerdem haben sie eine sehr gute Wirkung auf den Darmtrakt und senken den Cholesterinspiegel. Zusätzlich kann eine regelmäßige, sportliche Betätigung dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken.

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