3/5 Herzen (2 Stimmen)
Gesunde Füße - soweit sie uns tragen 3 5 2

Gesunde Füße - soweit sie uns tragen

von DanyXavierLopesRibeiro (Kommentare: 0)

Schmerzhaften Fehlstellungen und Verformungen vorbeugen

Täglich vollbringen sie Höchstleistungen, begleiten uns durch Höhen und Tiefen und gehen mit uns über Stock und Stein. In ihnen befinden sich mehr Sinneszellen als in unserem Gesicht, mehr Nervenzellen als in unseren Händen. Sie sorgen für Stütze, Gleichgewicht und Beweglichkeit:
Unsere Füße.

Achtlos zwängen wir sie in oft viel zu enge Schuhe und schenken ihnen auch sonst keine Aufmerksamkeit. Kaum ein anderer Körperteil wird von uns so sehr unterschätzt. Dabei sind unsere Füße wahre Meisterwerke der Evolution. Viel mehr als einfach nur der letzte Teil unseres Körpers. Die Füße sind beeindruckend konstruiert, stellen hochkomplexe Gebilde dar, bestehend aus 26 Knochen und 33 Gelenken. Zusammen befinden sich in beiden Füßen ein Viertel unserer Knochen. Zusätzlich werden sie von ca. 60 Muskeln, mehr als 100 Bändern und über 200 Sehnen getragen. Dadurch entsteht die bekannte Fußform, mit einem innenseitigen Längsgewölbe und einem angedeuteten Quergewölbe. Gesunde Füße liegen somit niemals mit der gesamten Fläche auf. So kann das Körpergewicht optimal verteilt werden und sie dienen somit als sehr gute Stoßdämpfer.

Im Säuglingsalter haben Sie noch eine Greiffunktion, die in Einzelfällen auch antrainiert werden kann. Zudem haben unsere Füße eine Tastfunktion, die dem Erhalt des Fluchtreflexes und des Gleichgewichtes dient. Durchschnittlich läuft ein Mensch in seinem Leben etwa 120.000 Kilometer, bewegt täglich ca. 3000 Tonnen. „Obwohl uns unsere Füße überall hintragen sollen, vernachlässigen wir sie häufig. Sie leisten Schwerstarbeit“, sagt Fuß-
chirurg Dany Xavier Lopes Ribeiro. Der Arzt mit portugiesischen Wurzeln ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und aktuell in Ostwestfalen der einzige Fußchirurg, der sowohl das durch die Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie (GFFC) verliehene „Expertenzertifikat Fußchirurgie“ als auch das durch die Deutsche Assoziation für Fuß und Sprunggelenk verliehene „Zertifikat Fußchirurgie“ führt. Er ist Leiter des Fußzentrums Herford, welches in die Praxisklinik Dres. Zoubie/Lopes Ribeiro/Gruber eingebunden ist. Herr Lopes Ribeiro operiert ca. 650 Patientinnen und Patienten jährlich, ca. 200 komplexere Operationen führt er im Klinikum Bielefeld Rosenhöhe stationär durch.

 „Immer mehr Erwachsene, aber auch zunehmend mehr Jugendliche und Kinder haben Beschwerden an den Füßen. Schon kleinste Probleme können für den Betroffenen eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität bedeuten. Sie sind die am meist beanspruchtesten Teile unseres menschlichen Körpers“, berichtet er. Nach inoffiziellen Zahlen leiden in Deutschland etwa 70% der Menschen im Laufe ihres Lebens zeitweise an Fußproblemen, ca. 80% davon sind Frauen. Ursachen können neben der genetischen Veranlagung oder hormonellen Einflüssen auch Belastungen durch Schwangerschaft und Geburt oder andere vorbestehende Fußfehlstellungen sein. Außerdem spielt die Mode eine wichtige Rolle, vor allem das Tragen von engen, spitzen Schuhen mit hohen Absätzen. Immer häufiger verursachen aber auch Fehlstellungen nach Unfällen, aufgrund neurologischer Erkrankungen oder durch Diabetes mellitus zunehmend Probleme. Die häufigste Erkrankung ist der Ballenzeh oder Hallux valgus, so dessen lateinischer Name. Weitere typische Erkrankungen sind z.B. Hammer/Krallenzehen, der Hallux rigidus (Arthrose der Großzehe), Sehnenentzündungen- und Risse, Knick-Senk-Platt-Spreizfüße, Fersensporne und Nervenerkrankungen.

„Vor einer Operation sollte immer erst ein konservativer Therapieversuch erfolgen, zum Beispiel mit einer Einlagenversorgung, entsprechender Schuhzurichtung, Schmerzmitteln oder Physiotherapie. Erst wenn die Beschwerden sich mit konservativen Methoden nicht lindern lassen, sollte eine Operation durchgeführt werden“ so Lopes Ribeiro, „Die rechtzeitige Korrektur von Fußfehlstellungen und Verformungen bewahrt vor Spätfolgen wie Gelenkverschleiß oder chronischen Entzündungen. Je früher der Eingriff, desto weniger umfangreich eine spätere Operation, desto kürzer die Heilungsphase.“, so der Fußchirurg weiter. Vor einer Operation würden einige Patientinnen und Patienten  zurückschrecken. „Während früher Operationsverfahren durchgeführt wurden, die erhebliche Schmerzen verursachten, haben sich die OP-Methoden so weiter entwickelt, dass sich die Beschwerden nach einer Operation durch schonende OP-Techniken und moderne Implantate sowie entsprechende Schmerzmittel deutlich reduzieren lassen“, erklärt Lopes. „Eine Operation sollte daher immer von einem erfahrenen Fußchirurgen durchgeführt werden.“

Zurück

Einen Kommentar schreiben