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Die VATS-Lobektomie

von Karen Gasparjan (Kommentare: 0)

Moderne Diagnostik unklarer Lungenherde – die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Die Klinik für Thoraxchirurgie am Klinikum Bielefeld Mitte hat in der 27. Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie in Mannheim ein neues Verfahren vorgestellt, welches es den Chirurgen ermöglicht, kleine, nicht tastbare, tumorverdächtige Befunde über eine Schlüssellochtechnik schonend zu entfernen. Die Lokalisierung wird mit Hilfe eines speziellen Drahtes vorgenommen, durch den der Bereich des Tumors markiert wird. Der Draht, so berichtet der leitende Oberarzt der Klinik Karen Gasparjan, wird dabei durch einen Radiologen (Prof. Gehl und Dr. Boga) unter Röntgenkontrolle direkt vor der Operation eingebracht.
Dem Chirurgen wird so ermöglicht, das krankhafte Gewebe sicher zu identifizieren und dabei so wenig gesunde Lunge wie möglich zu entfernen. Direkt im OP wird eine feingewebliche Untersuchung unter dem Mikroskop innerhalb von wenigen Minuten  durchgeführt.

Abhängig vom Resultat der Untersuchung kann die notwendige Prozedur weiterhin in Schlüssellochtechnik durchgeführt werden. „Wir können jedem Patienten eine maßgeschneiderte Operation anbieten – es wird so viel Gewebe wie nötig, aber vor allem so wenig wie möglich entfernt“, erläutert Oberarzt Gasparjan. Der Anteil minimal-invasiver VATS-Eingriffe (Video-Assistierte Thorakale Chirurgie), konnte in der Thoraxchiurgie am Klinikum Bielefeld Mitte durch diese Technik deutlich gesteigert werden. Seit Anfang des Jahres wurden mit der Schlüssel-lochmethode circa 200 Eingriffe durchgeführt, davon 25 Entfernungen ganzer Lungenlappen bei Lungentumoren. Neun Patienten konnten dank der präoperativen Drahtmarkierung mit Schlüssellochtechnik behandelt werden.

„Leider wird diese Methode trotz ihrer zahlreichen Vorteile gegenüber der Standardverfahren nur vereinzelt in Kliniken angewendet“, erklärte Prof. Dr. A. Boseila. Er ist froh, dass im Klinikum Bielefeld die technischen Voraussetzungen gegeben sind, dieses moderne Operationsverfahren allen Patienten, die es benötigen anbieten zu können.  

Wird bei einer Untersuchung ein sogenannter „Rundherd“ in der Lunge erkannt, handelt es sich vielleicht um Lungenkrebs. Lungenkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung und stellt bei Männern die häufigste krebsbedingte Todesursache dar. Diese hohe Letalität hängt damit zusammen, dass Lungenkrebs im Anfangsstadium schwer zu erkennen und operativ zu lokalisieren ist. Die Behandlung im frühen Stadium der Erkrankung ist jedoch für eine Heilungschance von großer Bedeutung. Das Auffinden kleiner Tumore im frühen Stadium in der Lunge glich lange der „Suche nach einer Nadel im Heuhaufen", erläutert der leitende Oberarzt der Thoraxchirurgie Karen Gasparjan das Problem. Die Einführung der minimalinvasiven Chirurgie ermöglicht ein schonendes Vorgehen: hierbei wird über kleine Schnitte mit speziellen Instrumenten, die bisherige große Wunde am Brustkorb vermieden. Für Patienten bedeutet dies vor allem weniger Schmerzen und Komplikationen: die Lunge erholt sich schneller und eine Entlassung aus dem Krankenhaus ist früher möglich.

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