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Das TASH-Verfahren

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Das TASH-Verfahren

Besonders in Industrieländern wie Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen sehr verbreitet und stellen die häufigste Todesursache dar. Am häufigsten treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei älteren Menschen auf, die HOCM (Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie) entwickelt sich jedoch häufig schon bei jüngeren Menschen und verläuft bei vielen Betroffenen zunächst völlig symptomlos.

Die HOCM ist eine erbliche Erkrankung, bei der ein Gendefekt zu einer Verdickung der Herzmuskulatur führt. Der Verlauf dieser Erkrankung kann sehr unterschiedlich ausfallen. In der Hälfte der Fälle kommt es jedoch durch die Verdickung zu einer Einengung in der linken Herzkammer, welche anschließend den Blutfluss im Herzen stark behindern kann. Kurzatmigkeit, Atemnot, Brustenge (Angina Pectoris), Herzklopfen, Schwindel, Bewusstlosigkeit, sowie eine allgemeine körperliche Schwäche, sind nur einige der typischen Symptome der HOCM. Bei einer Einengung in der linken Herzkammer kann es dagegen zu langfristigen Folgen am Herzen kommen, wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern, oder sogar zum plötzlichen Herztod.

Risikoarme und effektive Behandlungsmethode

Eine medikamentöse Behandlung reicht bei der HOCM meistens nicht aus. In der Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin im Klinikum Bielefeld Mitte wurde deshalb zur Behandlung der HOCM schon im Jahr 1996 eine neue, risikoarme und effektive Behandlungsmethode entwickelt. Das sogenannte TASH-Verfahren (Transkoronare Ablation der Septumhypertrophie) stellt seitdem eine Alternative zur medikamentösen Behandlung dar. Auch die früher oft erforderlichen Herzoperationen werden seitdem durch das TASH-Verfahren fast vollständig ersetzt. Beim TASH-Verfahren wird die Verdickung des Herzmuskels durch einen Herzkatheter mittels einer Injektion von Alkohol in eine Herzkranzader behandelt. Über 1.600 TASH-Behandlungen erfolgten bereits im Klinikum Bielefeld, während das Verfahren innerhalb der letzten 20 Jahre kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert wurde.

Patientenseminar zur Behandlung der HOCM

Am 22. September 2018 fand das erste Patientenseminar zur Behandlung der HOCM, in Kooperation mit dem HOCM Deutschland e.V., im Klinikum Bielefeld Mitte statt. Priv.-Doz. Dr. med. Thorsten Lawrenz, Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin und Sven Lorenz vom Verein „HOCM-Deutschland e.V.“ stellten bei der Veranstaltung das im Klinikum Bielefeld Mitte entwickelte TASH-Verfahren als Behandlungsmethode der HOCM vor. In manchen Fällen der HOCM besteht, so Dr. med. Kristin Radke vom Klinikum Bielefeld in ihrem anschließenden Vortrag, ein erhöhtes Risiko für bedrohliche Herzrhythmusstörungen, bei der die Implantation eines ICD (implantierbarer cardioverter Defibrillator) erforderlich sein kann. Auch auf die Vor- und Nachteile der Implantation kam Dr. med. Kristin Radke zu sprechen.
Etwa 70 Patienten und Patientinnen sowie deren Angehörige, besuchten das Patientenseminar und brachten gute Diskussionen und Fragen mit ein. Ebenfalls wurde ein persönlicher Informationsaustausch über Erfahrungen mit der TASH-Behandlung ermöglicht. Die Behandlungsmethode bekam ein zunehmend positives Feedback während der Veranstaltung. Das Klinikum Bielefeld Mitte und der HOCM Deutschland e.V. freuen sich daher schon auf ein weiteres Patientenseminar!

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