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Brustkrebs-Früherkennung und -vorsorge

von Dr. med. Angelika Cervelli (Kommentare: 0)

Die Frage danach, was Sie tun können, um Brustkrebs vorzubeugen, ist ein Thema, mit dem sich schon viele Studien auseinandergesetzt haben. Es konnte noch nicht bewiesen werden, ob manche Einflüsse Brustkrebs verhindern oder sogar fördern. Themen wie vitaminreiche Ernährung, Alkohol und Zigaretten sind sehr umstritten. Eines jedoch ist auf jeden Fall klar: Die Chancen wieder gesund zu werden, wenn man an Brustkrebs erkrankt ist, sind größer, wenn man den Krebs frühzeitig erkennt.

Welche Früherkennungsmethoden gibt es?
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen. In welchen Intervallen und was genau untersucht wird, ist abhängig von Ihrem Alter. Wenn Sie noch unter 30 sind, ist eine Früherkennungsuntersuchung generell nicht vorgesehen, da das Risiko, in Ihrem Alter an Brustkrebs zu erkranken, minimal ist.

Ab 30 Jahren
können Sie dann einmal im Jahr zu einer
Tastuntersuchung zu Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin gehen. Diese/r tastet dann die Brüste und die Lymphknoten bis zu den Achselhöhlen ab. Der Frauenarzt / die Frauenärztin kann Ihnen dann auch erklären, wie Sie Ihre Brust selbst abtasten und auf Veränderungen achten können.

Ab dem 40. - 45. Lebensjahr
kann die Durchführung einer einmaligen Mammographie als sogenannte Basis- oder Ausgangsmammographie sinnvoll sein, um als Vergleich zu dienen, wenn dann ab 50 Jahren die regulären Mammographien beginnen. Am besten beraten Sie sich mit Ihrem Arzt, wann Sie mit den Früherkennungsmethoden beginnen. Die Untersuchungen können auch je nach Ihrem Risiko an Brustkrebs zu erkranken angepasst werden. Wenn auch Verwandte an Brustkrebs erkrankt sind oder es eine gutartige Veränderung in Ihrer Brust gibt, die überwacht werden muss, können die Untersuchungen häufiger und intensiver gemacht werden, als bei Frauen ohne eine entsprechende Vorgeschichte. Die Teilnahme am Früherkennungsprogramm ist jedoch absolut freiwillig.

Wenn Sie über 50 Jahre alt sind
ist es ratsam, zusätzlich zur Tastuntersuchung alle zwei Jahre ein Mammographie-Screening (eine Röntgenaufnahme der Brust) machen zu lassen, da das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, nun viel höher ist als in den vorherigen Jahren. Damit Sie diese Möglichkeit zur Vorbeugung nicht versäumen, sendet Ihnen das Screening-Zentrum alle 2 Jahre eine Einladung mit einem Terminvorschlag und weiteren Informationen. Das reguläre Mammographie-Screening ist erst ab 50 Jahren ratsam, da das Brustdrüsengewebe bei jüngeren Frauen noch empfindsamer ist als bei älteren und die Bestrahlung über die Jahre hinweg eher schaden als nützen würde.  Im Rahmen des Screenings erfolgt die Mammographie bis zu einem Alter von 70 Jahren alle 2 Jahre, also etwa 10 mal. Auch wenn Sie danach nicht mehr vom Screening-Institut informiert werden, haben Sie weiterhin die Möglichkeit, alle 2 Jahre eine Überweisung bei Ihrer Frauenärztin zu bekommen und eine Mammographie machen zu lassen.

Was kann ich zur Vorsorge tun?
Generell wird immer gesagt, dass ein gesunder Lebensstil viel zu Ihrer Gesundheit beiträgt. Doch die Studien und Statistiken konnten noch nicht beweisen, dass gesunde Ernährung oder ein Verzicht von Alkohol oder Zigaretten Brustkrebs vorbeugt. Auch ob Umweltfaktoren – wie z.B. ein unregelmäßiger Schlaf – das Brustkrebsrisiko erhöhen, konnte noch nicht bewiesen werden.

Die Statistiken sagen aber:
Je übergewichtiger man ist, desto höher kann das Brustkrebsrisiko sein. Daher ist häufige und regelmäßige Bewegung sehr wichtig für Sie. Wenn Sie ein Kind im Säuglingsalter haben, sollten Sie es nach Möglichkeit stillen. Wenn Ihre Familienplanung abgeschlossen ist, beraten Sie sich mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin, welche Verhütungsmittel nun am günstigsten sind. Wenn Sie in den Wechseljahren sind, kann eine Hormonersatztherapie das Risiko verändern und Sie können frühzeitig an Brustkrebs erkranken. Wenn Sie nicht um die Therapie herum kommen, weil die Probleme, die in den Wechseljahren auftreten, zu groß sind, nehmen Sie die Hormone nur so lange ein, wie es unbedingt notwendig ist.

Fazit:
Viel Bewegung, die Vermeidung von Gewichtszunahme und eine regelmäßige Untersuchung beim Arzt können schon viel dazu beitragen, das Brustkrebsrisiko zu senken. Und trotz der umstrittenen Studien zu anderen Risikofaktoren: Ein gesunder Lebensstil kann etlichen Krankheiten vorbeugen!

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