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Broken Heart Syndrom – kann das Herz wirklich „brechen“?

von visite (Kommentare: 0)

„Mir wurde mein Herz gebrochen“ oder „das zerreißt mir das Herz“ sind Ausdrücke, mit denen wir versuchen, einen inneren Schmerz, einen „Herzschmerz“ auszudrücken. Ein „gebrochenes“ Herz verbindet man mit Liebeskummer. Wer schon einmal davon betroffen war, der weiß, dass es sich tatsächlich so anfühlt, als sei das Herz „gebrochen“.

Man fühlt eine Enge in der Brust und eine tiefe Trauer, da man in so einer Situation extremen Stressreizen ausgesetzt ist. Dieses Phänomen lässt sich in einigen Fällen tatsächlich medizinisch begründen und nennt sich Broken Heart Syndrom. Die Ursachen dieses Phänomens wurden noch nicht gänzlich erforscht, man weiß aber, dass die Symptome nach starker psychischer oder auch physischer Belastung auftreten können.

Bei dem Syndrom handelt es sich um eine Funktionsstörung des Herzmuskels. Der medizinische Begriff lautet „Tako-Tsubo-Kardiomyopathie“ oder „Stress-Kardiomyopathie“ und wurde erstmalig in Japan diagnostiziert. Das „Broken Heart Syndrom“ tritt in ca. 80 % der Fälle bei Frauen auf, häufig während oder nach den Wechseljahren, kann aber auch jüngere Menschen betreffen. Die Symptome sind ähnlich wie bei einem Herzinfarkt, es treten das Gefühl von Enge im Brustraum, Herzrasen, Atemnot und Schmerzen im Brustraum bis hin zu den Armen auf. Die Form der linken Herzkammer verändert sich stark, sodass die Herzspitze ballonartig vergrößert ist und die Hauptschlagader stark verengt. Der Name Tako-Tsubo steht im Japanischen für „Oktopusfalle“. Dies bezieht sich auf die Form der linken Herzkammer, die im Falle des Broken-Heart-Syndroms aussackt und so die Krugform einer japanischen Tintenfischfalle annimmt.

Aber was passiert im Körper bevor das Herz „zerbricht“?

Bei enormer emotionaler oder körperlicher Belastung, zum Beispiel durch den Verlust eines geliebten Menschen oder auch bei sehr stark ausgeprägtem Liebeskummer erhöht sich die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol und Katecholamin. Durch die vermehrte Ausschüttung wird die Herzwand überreizt, besonders in dem Bereich der Herzspitze. Durch einen Einstrom von Kalzium in die Zellen kommt es zu einer Verkrampfung, das Herz verfällt in eine Art Schockstarre. Dieser Zustand hält mehrere Stunden bis Tage an, das Herz erholt sich meist erst nach einem Monat von einer solchen Attacke.

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